Bis 1980 gab es in Deutschland den Ausbildungsberuf des Bonbonmachers. Dass die Bonbonherstellung als klassisches Handwerk Zukunft hat, beweist Valentin Wessels: Der 26-Jährige produzierte schon mit 11 Jahren zusammen mit seinem Opa die ersten Bonbons in der heimischen Küche. Mit 15 Jahren vertrieb er die Ware bereits deutschlandweit als Geschenkartikel. „Ich habe Mitschüler eingestellt, die die Ware schön verpackten. Der Inhalt ist wichtig, die Verpackung aber auch“, erinnert sich Wessels.
Fließbandarbeit gibt es bei Wessels nicht, alles ist Handarbeit! Als vor zwei Jahren der Inhaber der Ehren Süßwarenfabrik in Mönchengladbach aus krankheitsbedingten Gründen einen Nachfolger suchte, übernahm Wessels das Geschäft – und suchte neue Vertriebswege! „Ehren war bis dato nur auf Wochen- und Weihnachtsmärkten präsent und kaum bekannt. Wir haben Ehren als Marke entwickelt. Wir haben einen Werksverkauf eingerichtet sowie den Lebensmittelhandel ins Auge gefasst“, erklärt Marketingexpertin Melissa Strecker. Die Lebensgefährtin von Valentin Wessels nutzt auch digitale Vertriebswege für das Bonbongeschäft. „Facebook und Instragram sind für uns ganz wichtig.“ Ein Online-Shop geht demnächst an den Start und wird  weitere Möglichkeiten offerieren. An der Limitenstraße 58 in Rheydt hat Wessels darüber hinaus mit den „Schokoschurken“ ein weiteres sichtbares Zeichen gesetzt. „Das ist für uns ein Showroom. Damit können wir die Marke in Mönchengladbach noch bekannter machen“, fügt Melissa Strecker hinzu. Mit Konditormeister Erwin Kandler hat Wessels sein Produktportfolio noch erweitert. Der so genannte „Meister-Schurke“ kreiert süße Verführungen aus Schokolade. Der Bioanteil bei den Pralinen liegt bei 90 Prozent. Viele Pralinen, aber auch fast alle Bonbons, sind vegan. „Man muss mit der Zeit gehen – auch bei einem traditionellen Handwerk“, betont die Marketingexpertin. Mit Pralinenkursen soll der Bekanntheitsgrad weiter gesteigert werden. Mittlerweile beschäftigt Valentin Wessels rund 10 Mitarbeiter.


veröffentlicht in der Blickpunkt Stadt-Ausgabe, EXTRA-TIPP