Der Verein nextMG wurde gegründet, um einerseits die Digitalisierung in der Stadt voranzutreiben und andererseits Start-ups in Mönchengladbach zu fördern. Im Gespräch erklärt Mark Nierwetberg, Vorsitzender des Vereins, warum die Stadt ein gutes Pflaster für Existenzgründer ist und warum die  Digitalisierung so wichtig ist.

Herr Nierwetberg, warum ist Mönchengladbach ein guter Ort für Existenzgründer?

Mark Nierwetberg: Eine Existenz aufzubauen, ist im Regelfall keine One-Man-Show. Wer im Team gründet, ist eindeutig im Vorteil. Dazu läuft fast alles über Kontakte. Mönchengladbach ist ein guter Ort für Gründer, weil es hier kurze Wege gibt. Jeder kennt jeden. Man bekommt sehr schnell Anschluss. Alles ist sehr übersichtlich strukturiert. Netzwerken ist hier wesentlich einfacher als in Metropolen wie Düsseldorf und Köln. Unser Verein bietet beispielsweise regelmäßig so genannte Meet up-Treffen an, wo sich die Teilnehmer kennenlernen und ganz schnell ins Gespräch kommen können.

Stellen Sie eine erhöhte Gründeraktivität fest?

Noch nicht, aber es ist etwas in Bewegung geraten. Die Aufbruchstimmung in Mönchengladbach ist spürbar. Es ist Interesse da. Im Moment findet sich vor allem erstmal die „Community“. Es gibt viele Existenzgründer und Jungunternehmer, die hier in Mönchengladbach ein Geschäft aufbauen oder aufbauen wollen. Langsam kommt die Vernetzung in Gang.  Das ist die Voraussetzung für Weiteres.

Was kann die kommunale Politik tun, um Existenzgründern den Einstieg zu erleichtern?

Mönchengladbach kann noch stärker die Stadt der kurzen Wege werden. Wir brauchen noch mehr Austausch zwischen Politik, Wirtschaft, Institutionen wie IHK und Hochschule Niederrhein. Den Austausch sollten wir weiter fördern. Die Fäden zur Hochschule sind wichtig für die Innovationskraft am Standort. Innovative Ideen müssen aus der Hochschule in die Unternehmen fließen oder zu Neugründungen am Standort führen.

Man kann Existenzgründern den Einstieg erleichtern, aber auch die Gründer müssen etwas mitbringen. Was braucht man, um ein Unternehmen zu starten?

Natürlich primär erst einmal eine Idee. Was kann ich anbieten? Wie sieht der Markt aus? Mit welcher Konkurrenz muss ich rechnen? Danach spielt natürlich auch die Finanzierung eine große Rolle. Im Regelfall ist Kapital notwendig, wenn man seine Idee in die Tat umsetzen will. Und dann muss man als Start-up über eine gewisse Frustrationstoleranz verfügen. Nicht alles wird reibungslos verlaufen. Es wird Rückschläge geben, aber man darf nicht gleich die Flinte ins Korn werfen.

Im SMS Businesspark City wird jetzt ein Gründerzentrum eingerichtet. Warum?

Was der SMS Businesspark mit WESTEND.MG plant, ist ein wichtiger Schritt für die Stadt. Gründer brauchen Nähe und Austausch mit Gleichgesinnten. Darüber hinaus hat man eine weitere Anlaufstelle, um schnell und unkompliziert Hilfestellung geben zu können. Damit wird in der Stadt Raum für Ideen geschaffen!

Wie wichtig ist die Digitalisierung für die Gründerszene?

Zunächst einmal brauchen Existenzgründer eine gute Konnektivität, das heißt eine gute Bandbreite, um ihre Ideen verwirklichen zu können. Schnelles Internet ist heute überlebenswichtig. Darüber hinaus weist die Digitalbranche selbst die höchsten Gründerzahlen auf. Das überrascht kaum, denn gerade in diesem Bereich kann man mit überschaubaren Mitteln und wenig Mitarbeitern relativ schnell ganz viel erreichen. Allerdings muss man für dieses Thema auch sensibilisieren. Wenn mit Digital-Start-ups neue Märkte erschlossen werden, die es so noch gar nicht gibt, werden beispielsweise Banken nicht ohne weiteres eine Finanzierung bewilligen.  Hier können wir als Verein unterstützen. Wir müssen neue Wege erschließen und in ganz neue Richtungen denken. Und das gelingt uns ganz gut. Man merkt dieser Stadt deutlich an, dass sie nach vorne blickt und mehr Raum für Ideen schafft.


veröffentlicht in der Blickpunkt:Stadt-Ausgabe, EXTRA-TIPP